Aquädukt

Aquä|dụkt 〈n. 11altröm. Wasserleitung in Gestalt einer Brücke, die eine Rinne trägt [<lat. aquaeductus „Wasserleitung“; <aqua „Wasser“ + ducere „führen“]

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Aquä|dụkt, der, auch: das; -[e]s, -e [lat. aquae ductus = Leitung des Wassers]:
(in der römischen Baukunst) Wasserleitung, bei der das Wasser in offenen oder abgedeckten Kanälen über eine oft mehrgeschossige Bogenbrücke in natürlichem Gefälle dem Ziel zugeleitet wird.

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Aquädụkt
 
[lateinisch »Wasserleitung«] der, -(e)s/-e,  
 1) Anatomie: Verbindung zwischen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen, z. B. den verschiedenen Abschnitten des Ventrikelsystems des Gehirns (Aquaeductus cerebri zwischen 3. und 4. Ventrikel).
 
 2) auch das, Baukunst: Steinbrücke zur Überführung von Freispiegel-Wasserleitungen über Täler, in der römischen Antike als Monumentalbau mit einem offenen oder gedeckten Kanal (Gefälle 0,2 bis 0,5 %). Die oberirdischen Aquädukte wurden zum Teil über Bogenkonstruktionen geführt und leiteten den Städten das Wasser von Gebirgsquellen zu. Der erste römische Aquädukt, die »Aqua Appia«, wurde 312 v. Chr. von Appius Claudius Caecus erbaut; er führte das Wasser auf einem etwa 16,5 km langen Weg von den Albaner Bergen in die Stadt Rom. Dabei wurden erstmals wasserdicht gemauerte Kanäle bei Porta Capena oberiridisch über Bögen aus Hausteinen und Ziegeln geführt. Die gewaltigen, oft mehrstöckigen Bogenstellungen späterer Aquädukte sind noch heute charakteristisch für das Landschaftsbild der römischen Campagna. Im Ganzen gab es um 110 n. Chr. zehn römische Wasserleitungen von insgesamt 450 km Gesamtlänge, davon 50 km auf Arkaden. Reste antiker Aquädukte finden sich außer in Italien auch in Spanien, Frankreich (Nîmes, Pont du Gard; sehr gut erhalten), Deutschland (Mainz), der Schweiz, in Nordafrika, Kleinasien und Griechenland. Vor den Römern gab es Wasserleitungen bereits in Vorderasien, bei den Phönikern und in Griechenland.
 
In neuerer Zeit ist die Verwendung von Aquädukten im Wesentlichen beschränkt auf die Überführung von Schifffahrtskanälen oder Wildbächen über Straßen und Eisenbahnlinien, in Gebirgsgegenden zur Heranleitung des Betriebswassers für Kraftwerke.
 
 
E. B. van Deman: The building of the Roman aqueducts (Washington 1934);
 T. Ashby: The aqueducts of ancient Rome (Oxford 1935);
 L. Sprague de Camp: Ingenieure der Antike (a. d. Amerikan., 1964);
 G. Garbrecht: Die antiken Wasserleitungen Roms. In: Antike Welt, Jg. 15 (Küßnacht 1984), H. 2;
 K. Grewe: Planung u. Trassierung röm. Wasserleitungen (1985);
 
Wasserversorgung im antiken Rom, hg. v. Frontius-Gesellschaft e. V. (München 41989).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
römisches Alltagsleben
 

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Aquä|dụkt, der, auch: das; -[e]s, -e [lat. aquae ductus = Leitung des Wassers]: (in der römischen Baukunst) Wasserleitung, bei der das Wasser in offenen oder abgedeckten Kanälen über eine oft mehrgeschossige Bogenbrücke in natürlichem Gefälle dem Ziel zugeleitet wird.

Universal-Lexikon. 2012.

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